Kinder bekommen riesige Villa

Villa Mittendrin

Aschersleben – „Wir sind begeistert von dem Haus. Es passt von Anfang bis Ende.“ Kathrin Ohme, Chefin der Integrativen Kindereinrichtungen bei der Lebenshilfe „Harzvorland“, sieht man die Freude auf den bevorstehenden Einzug in die Villa an der Herrenbreite an.

Doch bevor die Kinder aus dem Hort der Kastanienschule in das repräsentative Gebäude Nummer 31 einziehen können, haben die Handwerker hier noch das Sagen.

Gewerke arbeiten in der Herrenbreite gleichzeitig

Und wie! Bauleute mehrerer Gewerke gleichzeitig arbeiten in den Räumen, um alles für die behinderten Kinder vorzubereiten, die im August zunächst im Erdgeschoss einziehen sollen. Im Januar haben die Bauarbeiten begonnen.

Inzwischen ist das gesamte Gebäude entkernt worden, die Fenster im Erdgeschoss sind ausgetauscht, die Räume müssen behindertengerecht umgebaut werden, Leitungen werden komplett erneuert.

Im gesamten Haus wird Fußbodenheizung verlegt. Weil hier Kinder mit Handicap, die teilweise im Rollstuhl sitzen, betreut werden, braucht es einen Fahrstuhl und natürlich behindertengerechte Toiletten.

Im Kellergeschoss werden moderne Therapieräume sowie Umkleideräume für das Personal Platz finden.

Eine Million Euro wird die Lebenshilfe „Harzvorland“ investieren

Alle beteiligten Firmen, vom Planer bis zu den Bauleuten, stammen aus der unmittelbaren Region. Die Lebenshilfe investiert eine Summe von gut einer Million Euro in das Projekt.

„Wenn man ein altes Haus anfasst, merkt man ja erst, dass der Teufel manchmal im Detail steckt“, sagt Lebenshilfe-Geschäftsführer Silvio Bodenburg.

Dennoch sei die Villa perfekt geeignet, nicht zuletzt wegen der schönen Außenanlagen und wegen der Nähe zur Schule. „Unsere Kinder sollen sich ja bewegen“, sagt Kathrin Ohme. Deshalb sei der fünfminütige Fußweg von der Schule in der Prof.-Dr.-Walter-Friedrich-Straße zur Herrenbreite gut in das Hortkonzept einzubeziehen. Und dieser Weg sei auch mit Rollstuhl gut zu bewältigen.

Die Lebenshilfe betreibt den Hort der Kastanienschule seit Juli 2015 und ist damit quasi in eine Lücke gesprungen. Die Schule konnte eine Betreuung der Kinder in den Ferien und am Nachmittag nicht länger absichern, weil das Land keine pädagogischen Mitarbeiter mehr eingestellt hatte.

Übernahme der Betreuung der Kinder erfolgte kurzfristig

Dass die Lebenshilfe die Betreuung recht kurzfristig übernehmen konnte, sorgte für Erleichterung bei den betroffenen Eltern, bei Schule und Landkreis.

Weil sich die Zahl der zu betreuenden Kinder stetig erhöhte, musste die Lebenshilfe vom Landkreis einen dritten Raum anmieten. Das bedeutet auch für die Schule Einschränkungen, „und wir wollten diesen Zustand und unsere Gastrolle beenden“, erklärt Kathrin Ohme die Suche nach einem geeigneten Gebäude, das 30 Hortkindern Platz bietet.

20 Kindergartenkinder ziehen in die oberste Etage ein

Die obere Etage wird einige Wochen später fertig. Dort sollen 20 Kindergartenkinder einziehen, davon maximal fünf Kinder mit Handicap, erklärt Kathrin Ohme und spricht von wohlwollender Begleitung durch Stadt und Landkreis. „Die Kita-Plätze in der Innenstadt sind ja doch ziemlich knapp geworden“, sagt Silvio Bodenburg und hofft, auch hier wieder eine Lücke schließen zu können.

Die integrative und schön gelegene Einrichtung im Vogelgesang mit großzügigen Außenanlagen bleibt übrigens bestehen. (mz | Frank Gehrmann)

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